Ich will ja, aber es klappt nicht!

Über @tapioliller fand ich kürzlich einen Plakathinweis auf die Ticketkaufmöglichkeit per Plakatscan namens Ticket-Vooh! Ströer ist einer der größten deutschen Anbieter von Out-of-home-Media (=Außenwerbung), insofern ist es nur logisch, dass Ströer sich für die Steigerung von Wirksamkeit und Attraktivität von Plakaten stark macht. Mit der neuen Vooh!-App kann man Konzertplakate scannen und (angeblich) direkt Tickets für das jeweilige Event kaufen. Dabei wird kein QR-Code o.ä. verwendet, sondern es reicht aus, das Plakat an sich zu scannen.

Letzteres ist natürlich praktisch, weil das Rumgefummel mit dem Handy wegfällt, um den QR-Code richtig zu erwischen. Doof natürlich wieder einmal, dass man eine proprietäre App installieren muss. An diese Hürde werden aktuell einfach noch zu viele Konsumenten hängen bleiben. Und auf den Plakaten scheint nicht erkennbar, ob es mit der App scanbar ist oder nicht.

Trotzdem hab ich das natürlich mal ausprobiert. Auf der Ströer-Website gibt es aktuelle Plakatmotive, die man scannen kann. Die App ist intuitiv bedienbar und die Motive werden erkannt. Dann kommt die Ernüchterung beim Absprung in den Browser und dem Wechsel auf die Seite des jeweiligen Ticketanbieters:

Das Silbermond-Plakat führte mich auf die Website von ticketmaster.de und eine nicht mobiloptimierte Seite mit einer häßlichen Fehlermeldung. Danke und tschüss!

Das Udo Jürgens-Plakat führte mich auf die nicht mobiloptimierte Website von eventim.de. Kaum bedienbar auf dem Touchscreen. Die Auswahl des Saalplans zur Platzwahl führt zu einer Meldung, dass Java installiert werden muss. Weiter hatte ich dann keine Lust mehr. Tschüss.

Ich versteh’s nicht. Da werden tausende Euro in App-Entwicklung und Marketinggedöns gesteckt und dann scheitert es an völlig offensichtlichen und vor allem ganz leicht abstellbaren Kinderkrankheiten. Wer liefert sowas an Kunden aus? Guckt da keiner mal drauf, der das verkauft? Ich könnt mich echt aufregen über sowas.

Naja. Details und das folgende Video gibt’s auf der Ströer-Website. Vielleicht klappt’s ja bei euch besser.

Pixelcodes im Netto-Prospekt

Netto experimentiert mit QR-Codes und ergänzt sein Wochenangebotsprospekt mit QR-Codes an jedem Produkt. Selbst die Rote Grütze zu 22 Cent kann gescannt werden. Dahinter verbergen sich dann Zusatzinformationen zu jedem Produkt (z.B. die Kulturgeschichte der Kiwi), eine Online-Bestellung, wie man es erwarten könnte, gibt es allerdings nicht. Der Mehrwert erschließt sich dabei noch nicht wirklich – es scheint eher ein Experiment zu sein um herauszufinden, ob überhaupt eine relevante Response Rate über die Papierverteiler zu erwarten ist. Im Ansatz interessant, aber es fühlt sich in dieser Form noch nicht zu Ende gedacht an.

Netto_qr

(via mobilbranche.de)

What the fuck?

Falk Ebert hat sich auf seinem Gefahrgut-Blog schon vor knapp einem Jahr mit unserem Blogthema auseinandergesetzt:

What the fuck?

  • Erstens, hat keiner auf dem Heimweg, am Zugang zur S-Bahn-Station, Zeit oder Lust dafür stehen zu bleiben, sein mobiles Gerät rauszuholen und das Ding abzufotografieren.
  • Zweitens bückt sich auf der Straße garantiert niemand wie ein Idiot vor dem Plakat, um den 10 Zentimeter über dem Boden angebrachten Code lesbar zu erwischen.
  • Und drittens wollen die Leute vielleicht gar nicht “mehr erfahren”. Weil das Plakat genau diese Art von Werbung ist, gegen die wir längst Abwehrmechanismen in der Wahrnehmung entwickelt haben, weil wir sie gar nicht sehen wollen.

Gefahrgut: Wie man QR-Codes nicht verwenden sollte

Man könnte nicht behaupten, dass sich die Situation seitdem entscheidend verbessert hat:

1) Der Aufwand, ein Plakat zu scannen ist immer noch zu hoch.

2) Die Verwendung der Pixelmatrizen auf den Plakaten ist immer noch zu oft zu dämlich.

3) Der Mehrwert für den Konsumenten muss vorhanden sein UND klar kommuniziert werden, damit der sich überhaupt mit 1) und 2) auseinandersetzen will.

QR-Code Shopping in Asien – Teil 2

Paypal macht es wie Tesco: Zum Valentinstag konnten U-Bahn-Fahrer in Singapur Geschenke für den/die Liebste(n) shoppen. Der Haken aber auch hier: Man benötigt dafür die dedizierte Paypal-Scan-App.

Aus meiner Sicht ist immer noch der größte Hemmschuh bei der QR-Code-Verwendung, dass man immer native Apps zum Scannen benötigt. Das Problem können eigentlich nur die Hersteller mobiler Betriebssysteme auflösen. Trotzdem: Bitte mehr dieser Beispiele, gerne auch mal in Deutschland!

Plakatbeleidigung per Pixelcode

Die Fans des türkischen Drittligisten Karsiyaka Izmir fanden einen kreativen Weg, die gegnerischen Fans mit einem Plakat zu beleidigen, ohne dass dieses direkt von den Sicherheitskräften einkssiert wird. Über einen zweidimensionalen Pixelcode beschimpften Sie die rivalisierende Fangemeinde:

Was auf dem Plaket steht, kann man via nachlesen.